Die 4. Bad Homburger Sportmanagement-Tage, die über drei Tage vom 14.-16. Mai 2019 in der accadis Hochschule stattfinden, standen unter dem Schwerpunkt der Digitalisierung im Sport. Wohl kein Thema umtreibt diverse Wirtschaftszweige derzeit mehr, als die Frage, wie die in Deutschland partiell rückschrittliche Digitalisierung endlich auch in heimischen Gefilden Einzug halten kann. Insbesondere im Sport ist diese Frage pikant, da sich mit dem eSport eine digitale Parallelgesellschaft erschaffen hat, mit dem man auch auf ethischer Ebene nicht wirklich umzugehen weiß.

Die beiden Keynotes am Konferenztag sprachen der Staatsminister des Innern und für Sport Peter Beuth sowie die Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes Veronika Rücker.

Während Staatsminister Beuth hauptsächlich das Verhältnis von Administration zu den Sportvereinen und Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt seiner Keynote rückte, sprach Veronika Rücker sehr deutlich von konkreten Maßnahmen, die der Deutsche Olympische Sportbund ergreift, um die Digitalisierung voranzutreiben. Eines der Buzzwords in diesem Zusammenhang war die Umformung der Organisationsstruktur weg von einem „Silodenken“ hin zu einer agilen Organisation. Zu einer agilen Organisation zählt der DOSB auch die Einführung eines Wissensmanagement, um informationelle Ressourcen zu bündeln und in der Organisation zu bewahren.

Im folgenden „Breakout“ bot Professor Florian Pfeffel eine Aussicht auf die Digitalisierung im Profisport. Einer Studie der accadis Hochschule nach benutzten etwa 30% von passiven Sportkonsumenten die Second Screen Experience. Von diesen wären 45% bereit, bis um die zwanzig Euro im Jahr für die Nutzung zu bezahlen. Seine im Anschluss an den Status Quo aufgestellten Hypothesen zur Entwicklung des Sports sind spektakulär und mehr als diskussionswürdig:

Im zweiten Teil des „Breakouts“ bot Roman Prinz von der DFB-Akademie einen Einblick in die konkrete Umsetzung von digitalen Verfahren in die trainingswissenschaftliche Realität.

Schade in diesem Kontext ist, dass man sich bei dieser Veranstaltung für „Breakouts“ entscheiden musste. Zu spannend wären neben der „Digitalisierung im Profisport“ auch die anderen Workshops zur „Digitalisierung im Breitensport“ sowie der wohl sehr hitzig geführte Workshop zum omnipräsenten Reizthema im organisierten Sport „eSport“.

In der abschließenden Podiumsdiskussion hätten wir uns einen konfrontativeren Ansatz gewünscht. In großen Teilen bestand Einigkeit:

Festzuhalten bleibt, dass die mentalitätsbedingte Skepsis gegenüber Neuerungen zu einem behäbigen Umgang mit der Digitalisierung geführt hat: auch im Sport. Das wurde auch bei den Bad Homburger Sportmanagement-Tagen sehr deutlich klar. D3Smedia-Geschäftsführer fand in seinem Tweet deutliche Worte für die Erkenntnisse aus seinen letzten Workshops zur Digitalisierung:

Die Bad Homburger Sportmanagement-Tage finden alle zwei Jahre statt. Die Neuauflage ist für 2021 erwartet.