Unser Geschäftsführer Daniel R. Schmidt war für unseren Klienten Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V. auf dem 12. BVM-Fachgespräch „Mensch — Mut — Management: Was macht NPO erfolgreich?“ in Köln. Er hat einige interessante Stichpunkte festgehalten, die sich Manager von Non-Profit-Organisationen etwas intensiver anschauen sollten.

Hintergrund
Was macht Nonprofit-Organisationen (NPO) erfolgreich? Welche Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Faktoren wirken auf NPO ein? Diesen Fragen widmet sich die Beratergruppe für Verbands-Management im jährlichen Fachgespräch für Manager und Vertreter von Non-Profit-Organisationen.

Erkenntnisse aus dem Vortrag von Carles Giroud und Lars Funk: „Erfolg in NPO“
Eine aktuelle Studie hat in einer Befragungsserie folgende Ergebnisse zum Erfolg in NPO ergeben:

  • Bisherige Erfolgswege in NPO waren zumeist:
    • Die Modernisierung der Dienstleistungspalette:
      • Print zu digital; und
      • Dezentral zu zentral.
    • Eine Steigerung im Bekanntheitsgrad;
    • Die Optimierung der eigenen Organisationsstrukturen; sowie
    • Die Verbesserung der Mitgliederbeziehungen.
  • Künftige Herausforderungen bestehen in:
    • Der weiteren Digitalisierung;
    • Der Finanzierung:
      • Zwar steigt das Spendenaufkommen insgesamt; aber
      • Die Treue nimmt ab.
    • Die Erwartungshaltung steigt:
      • Für das Individuum zählt persönlicher Gewinn;
      • Eine weitere Individualisierung der Leistungen.
      • Dabei gilt: „Gut gemeint heißt nicht gut gemacht!“
    • Erfolgsfaktor Management:
      • Finanzierung von Investitionen wird eine große Rolle zugeschrieben;
      • Strukturen, Prozesse und Steuerung bedürfen eines Umdenkens:
        • Der Treiber ist die Digitalisierung;
        • Föderalstrukturen sind für eine gesteigerte Effizienz aufzulösen.
        • Best Practice ist eine Finanzierungsstruktur von 1/3 Mitgliedsbeiträgen zu 2/3 anderen Einkünften, wie Sponsoring, etc.
      • Erfolgsfaktor Mitarbeiter und Ehrenamt
        • Mobiles Arbeiten gewinnt an Bedeutung;
        • Die Sinnhaftigkeit der Arbeiten muss in den Vordergrund gebracht werden;
        • Das Netzwerk wird immer wichtiger.
      • Erfolgsfaktor Mut:
        • NPOs brauchen klare Strategie und Positionierung;
        • Dazu kommt eine starke Zukunftsorientierung.

Erkenntnisse aus dem Vortrag von Dr. Bernhard Kling: „Mut zu neuen Strukturen“
Der Referent ist der Geschäftsführer des Bayerischen Industrieverbands Baustoffe, Steine und Erden e.V. und schilderte seine Erfolgsfaktoren in der Neustrukturierung seines Verbands:

  • Grenzen der „Kleinstaaterei“ und überzähliger Fachgruppen:
    • Die Komplexität der Themen und Aufgabenstellungen steht überpluralistischen Strukturen entgegen;
    • Die Entwicklung der Mitgliederstruktur;
    • Besetzung der Ehrenämter, auch und gerade aus Sicht einer Compliance-Problematik.
  • Stärkung von Effizienz und Strukturen:
    • Stärkung der Akzeptanz bei externen Gesprächspartnern durch:
      • Mitgliederbefragung; sowie
      • Politischer Kommunikation und Kommunikation mit befreundeten Verbänden.
    • Straffung der internen Organisation im Haupt- und Ehrenamt:
      • Zusammenlegung Geschäftsstelle;
      • Zusammenlegung Finanzen;
      • Straffung der Strukturen auf Basis der Grundstruktur.
      • Biologisches Ausscheiden im Blick behalten (Alter, Ruhestand, etc.): dies kann auch die Chance für Change-Management-Entscheidungen bieten;
      • Vereinheitlichtes Erscheinungsbild;
      • Neue Corporate Identity, klares Kommunikationskonzept;
      • Viel Überzeugungsarbeit und Kommunikation.

Erkenntnisse aus dem Vortrag von Nadja Schnetzler: „Im Spannungsfeld zwischen Innovation und Tradition“
Der Vortrag sollte der Referentin, Frau Schnetzler, nach lediglich ein grobes Überblicksreferat sein, selbst von ihr als „Schaumbad für den Kopf“ bezeichnet. Dabei brauchen NPO ihrer Erfahrung nach für eine Innovationskultur folgende Grundwerte:

  • Das Framework:
    • Der Zweck: „wofür fühlen wir uns zuständig“;
    • Grenzen schaffen Möglichkeiten;
    • Explizite Agreements/einen Code of Conduct;
    • „Pläne sind Silber, adaptierbar bleiben ist Gold“.
  • Der Herzschlag:
    • Ein Team, das zieht;
    • Simplify;
    • Loslassen.
  • Die Kommunikation:
    • Sinnhafte Konversationen in der Entwicklung (es braucht einen Moderator oder Facilitator);
    • Statt Wissen, lieber Fragen;
    • „Ja, und“-Kultur — also Brainstorming-Vorschläge nicht zerreden, sondern darauf eingehen und einen Aspekt hinzufügen;
    • Ideen sind Geschenke;
    • Asynchrone niederschwellige Kommunikation;
    • Alle finden, was sie suchen;
    • Etwas zu entscheiden ist besser als das Richtige zu entscheiden;
    • Den Dinosaurier in kleine Stücke portionieren;
    • Das Tätigkeitenbüffet ist angerichtet (Pull-Prinzip) à „Wer hat Lust, mitzumachen?“;
    • Kurze Zyklen, große Learning: also eher Innovationen auf den Markt bringen und schnell lernen, als zu lange zu zögern;
    • Daraus eribt sich: „Stop starting, stop finishing“;
    • Erledigt ist oft schon gut.
  • Das Team:
    • Diversität fördern, nutzen und aushalten;
    • Motivation und Hartnäckigkeit sind mindestens so viel Wert wie Können;
    • Man muss für ein Projekt brennen.
  • Die Gemeinsamkeit:
    • Give more than you take;
    • Rituale verbinden einander;
    • Celebrate failure (Fehlerkultur entwickeln);
    • Ursache von Problemen suchen.